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Hündin Sheila ist ein Schutzengel Viebeiner von Michaela Saal erschnüffelt Unterzuckerung Sheila erschnüffelt Unterzuckerungen und warnt ihre Halterin. Reagiert Michaela Saal nicht unverzüglich auf das Anstupsen der Hündin, wird sie energischer und bellt.
Kerpen-Horrem (dit). Sheila ist Michaela Saals Schutzengel auf vier Pfoten. Die Bardino-Mischlings-Hündin wacht Tag und Nacht über Frauchen Michaela, die seit 30 Jahren Typ1 Diabetikerin ist. Ohne ihre Hündin hätte Michaela Saal schon so manch eine Unterzuckerung nicht bemerkt. Auf Sheila ist immer Verlass: Sie erschnüffelt Unterzuckerungen zuverlässig und warnt umgehend ihre Halterin.
Vor drei Jahren holte Saal die Hündin aus dem Tierheim zu sich nach Hause. "Wir haben uns gesucht und gefunden", findet die Hundefreundin. Sheila verblüffte die Hunde-erfahrene Saal: Ihr Schützling kann ihre Unterzuckerung erschnüffeln. Schon kurze Zeit nach Sheila Einzug bemerkte Saal, dass die Hündin sie öfter vor dem Einschlafen abhielt. Als sie daraufhin ihren Blutzucker kontrollierte, bemerkte sie, dass dieser gefährlich niedrig war.
Michaela Saal erzählte ihrem Diabetologen von diesem Phänomen. Daraufhin bekam die Diabetikerin ein kontinuierliches Glukosemonitoring für 74 Stunden angeschlossen. Die Auswertung ergab, dass die Hündin exakt sämtliche Hypoglykämien, die sie innerhalb dieser Stunden hatte, zuverlässig gemeldet hatte. Nach langer Internet-Recherche und mühseliger Kontaktaufnahme mit Diabetikerwarnhund-Ausbildern, hatte Saal, dank ihrer England-Kontakte, endlich einen Leitfaden gefunden, wonach sie ihre Hündin gezielter trainieren konnte. Da sie genügend Erfahrung im Umgang mit Hunden hat, entschloss sie sich, ihre Hündin im Selbsttraining als Diabetikerwarnhund auszubilden.
"Das Wichtigste ist, dass man eine enorme Bindung zum Hund hat", so Saal. Dazu braucht man noch Geduld und Ruhe, um seinen Vierbeiner derart zu trainieren. Die Gabe ihres Schützlings ist nicht einmalig. Hunde von Diabetikern nehmen Unterzuckerungen ihres Menschen wahr. Oftmals bleiben sie jedoch beim Versuch, ihn zu warnen, unverstanden. Wissenschaftler vermuten, dass die Hunde eine Hypoglykämie daran erkennen, dass sich die chemische Zusammensetzung des Schweißes verändert und auch der Atem einen anderen Geruch verströmt.
Möglicherweise reagiert der Hund zusätzlich darauf, dass sein Besitzers sich anders verhält. Um mehr Menschen auf das Phänomen aufmerksam zu machen, hat Saal ein Buch veröffentlicht. "Hunde helfen Diabetikern" heißt das Werk der Autorin, das überall im Handel erhältlich ist. Zudem unterstützt Saal mit ihrem Wissen und praktischer Erfahrung, Hundehalter beim Trainieren ihrer geliebten Vierbeiner. Sheila macht nachts immer einen Kontrollgang und riecht am Mund ihres Frauchens. Sobald die Hündin Veränderungen wahrnimmt, schlägt sie Alarm - solange bis Frauchen aus dem Bett springt. Das ein oder andere Mal hat Sheila somit ihrer Halterin das Leben vermutlich gerettet.
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Ein Schutzengel auf vier Pfoten Diabetikerwarnhund erschnüffelt Unterzuckerung im Schlaf Von Lena Siegel
Hagen. 04.03.2010 Mitten in der Nacht wird Sheila unruhig. Sie spürt, dass bei ihrem Herrchen etwas nicht stimmt. Die Bardino-Mischlings-Hündin springt auf, läuft zum Bett und leckt ihr durchs Gesicht. Als sich nichts tut, beginnt die Hündin laut zu bellen.Sheila ist der persönliche Schutzengel von Diabetikerin
Michaela Saal aus Kerpen. Die Diabetikerwarnhündin kann Unterzuckerungen und Überzuckerungen an Atem und Schweiß ihres Frauchens erriechen.
Eine Gabe, auf die Michaela Saal nur durch Zufall gestoßen ist: Vor rund zwei Jahren nahm sie die Hündin aus dem Tierschutz bei sich auf. „Nicht allzu lange, nachdem sie bei mir eingezogen war, weckte sie mich das erste Mal nachts. Ich stellte fest, dass ich stark unterzuckert war”, erzählt die ausgebildete Kynologin und Hundeheilpraktikerin Saal. Ohne ihre Hündin hätte sie schon so manche Unterzuckerung tagsüber und auch nachts nicht bemerkt.
Zuverlässig erschnüffelt Sheila Unterzuckerungen und warnt ihre Halterin. „Sie würde mich nicht einschlafen lassen, wenn sie merkt, dass etwas nicht stimmt. Sheila beginnt dann zu lecken, gibt Michaela Saal erzählte ihrem Arzt von der erstaunlichen Fähigkeit ihres Hundes.
Um einen endgültigen Beweis in den Händen zu halten, bekam sie ein kontinuierliches Glukosemonitoring für 72 Stunden angeschlossen. „Die Auswertung hat ergeben, dass meine Hündin exakt sämtliche Hypoglykämien, die ich innerhalb dieser 72 Stunden hatte, zuverlässig angezeigt hat. Nun hatte ich den Beweis schwarz auf weiß, dass meine Hündin mich zuverlässig warnt.”
Ann-Katrin Afting aus Menden bildet seit drei Jahren Labradore und Retriever zu Diabetikerwarnhunden aus. Die Trainerin beschreibt, welche Fähigkeiten die Hunde mitbringen müssen: „Es ist wichtig, dass die Tiere freundlich zu jedermann sind und nicht ängstlich. Außerdem sollten sie sensibel sein.” Während des Trainings lernen die Hunde Blutzuckermessgeräte, Traubenzucker und Cola zu apportieren. „Wichtig ist, dass das Herrchen der Hauptrudelführer ist, sonst würde der Hund nicht perfekt gehorchen”, so die Trainerin. Um die Hunde fertig auszubilden, braucht Ann-Katrin Afting vier bis fünf Monate. Ihr jüngster „Schüler” war erst 20 Wochen alt. Auf einem Übungsplatz werden Kleidungsstücke der Rudelführer versteckt, die sie zu dem Moment getragen haben, als sie unterzuckert waren. „Die Hunde suchen die Kleidung und prägen sich den Geruch ein. Findet ein Hund das Kleidungsstück, wird er mit Leckerchen belohnt. Er lernt den Geruch mit Lob in Verbindung zu bringen.”
Michaela Saal arbeitet auch beruflich mit Hunden und führt eine mobile Hundepraxis. Da sie genügend Erfahrung im Umgang mit den Tieren hat, entschloss sie sich, ihre Hündin im Selbsttraining als Diabetikerwarnhund auszubilden. Im Kühlschrank konservierte Saal Wattebäusche mit ihrem Speichel, zu einem Zeitpunkt, an dem sie unterzuckert war. „Ich habe meinen Hund daran riechen lassen und die versteckten Wattebäusche suchen lassen. Ich brachte ihr bei, meine Tochter im Notfall zu wecken.” Für das Training sei viel Geduld und Ruhe erforderlich. Nachts macht Sheila einen Kontrollgang und riecht am Mund ihres Schützlings. „Sie hat einen wahnsinnig guten Geruchssinn und kann kleinste Veränderungen ausmachen”, so Michaela Saal. Hündin und Besitzerin haben eine sehr enge Bindung, ohne die es nicht funktionieren würde. www.westfalenpost.de
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